Haut an Sonne gewöhnen
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Symbolbild

Mit den ersten warmen Tagen wird der Sonnenschutz immer wichtiger. So bereiten Sie die Haut optimal auf den Sommer vor.

Wie lässt sich die Haut auf mehr Sonne vorbereiten, ohne dass sie gleich gereizt reagiert oder Sonnenbrand droht? Viele denken zuerst an Vorbräunen, Solarien oder Kapseln für den „Sonnenschutz von innen“. Genau hier liegt aber oft der Fehler. Sinnvolle Vorbereitung bedeutet nicht, die Haut an UV-Strahlung zu gewöhnen, sondern Risiken realistisch einzuschätzen und Schutz klug zu planen. Wer Hauttyp, UV-Index, Medikamente und die richtige Sonnenpflege zusammendenkt, startet deutlich sicherer in Frühling, Sommer und Urlaub.

Beratung zum Sonnenschutz

Sie wissen nicht genau, welcher Sonnenschutz zu Ihrer Haut passt? In Ihrer Apotheke nehmen wir uns gern Zeit für eine persönliche Beratung. Ob leichtes Gel, pflegende Creme oder Sonnenschutz für empfindliche Haut – wir helfen Ihnen, genau das Produkt zu finden, das zu Ihren Bedürfnissen passt.

Warum Vorbereitung überhaupt so wichtig ist

Sonne fühlt sich gut an, UV-Strahlung ist für die Haut aber kein Wellnessprogramm. Sie kann das Erbgut von Hautzellen schädigen, und solche Schäden beginnen nicht erst dann, wenn ein sichtbarer Sonnenbrand da ist. Genau deshalb ist „Ich passe auf, solange ich nicht rot werde“ keine verlässliche Strategie. In Deutschland ist das Thema groß: Für 2023 schätzt das Zentrum für Krebsregisterdaten rund 27.430 Neuerkrankungen am malignen Melanom und knapp 243.000 Neuerkrankungen an nicht-melanotischem Hautkrebs. Nach Angaben von Destatis starben 2023 außerdem rund 4.500 Menschen an Hautkrebs. (Quelle: Krebsinformationsdienst)

Hinzu kommt: Sonnenschutz ist kein reines Hochsommerthema. Der UV-Index, also das Maß für die sonnenbrandwirksame UV-Strahlung, kann in Deutschland bei wolkenlosem Himmel schon Ende März Werte erreichen, bei denen Schutz sinnvoll wird. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt Schutzmaßnahmen ab UV-Index 3. Wer seine Haut „vorbereiten“ will, sollte deshalb nicht erst kurz vor dem Strandurlaub an Sonnencreme denken, sondern schon im Alltag anfangen, UV-Belastung bewusst zu steuern.

Der häufigste Denkfehler: Die Haut „abhärten“

Die vielleicht wichtigste Botschaft lautet: Eine gebräunte Haut ist kein verlässlicher Sonnenschutz. Bräunung ist eine Schutzreaktion der Haut auf bereits eingetretene UV-Belastung. Sie kann die Zeit bis zum Sonnenbrand etwas verlängern, reicht aber bei weitem nicht aus, um langfristige Schäden zu verhindern. Der Krebsinformationsdienst formuliert es klar: Es gibt keine „gesunde“ Bräune. Auch Solarien sind keine Vorbereitung auf den Sommer. Sie erhöhen nicht sinnvoll den Eigenschutz der Haut, sondern fügen zusätzliche UV-Belastung hinzu; künstliche UV-Strahlung gilt ebenfalls als krebserregend. Selbstbräuner verfärben die Haut zwar optisch, bieten aber keinen UV-Schutz.

Ähnlich nüchtern fällt die Bewertung von „Sonnenschutz-Kapseln“ aus. In einer Broschüre des Krebsinformationsdienstes heißt es, dass es keine Mittel gibt, deren Einnahme zum Schutz vor UV-Schäden oder Hautkrebs empfohlen werden kann. Beim Thema Beta-Carotin kommt noch ein Sicherheitsaspekt hinzu: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) verweist darauf, dass in Studien hohe Dosen Beta-Carotin aus Nahrungsergänzungsmitteln das Lungenkrebsrisiko bei rauchenden Menschen erhöhten.

Was die Haut wirklich auf die Sonne vorbereitet

Den eigenen Hauttyp richtig einschätzen

Nicht jede Haut reagiert gleich. Helle Hauttypen bekommen deutlich schneller Sonnenbrand, dunklere Haut ist zwar besser geschützt, aber nicht unverwundbar. Der Krebsinformationsdienst betont ausdrücklich, dass auch Menschen mit dunklerer Haut ihre Haut ohne ausreichenden Schutz schädigen können. Wer seinen Hauttyp kennt, versteht besser, warum dieselbe Sonne für den einen „noch angenehm“ und für den anderen bereits zu viel sein kann. Vorbereitung beginnt also mit Realismus: Wie schnell reagiere ich? Wie lange bin ich draußen? Und unter welchen Bedingungen?

UV-Index und Umgebung mitdenken

Die Sonne ist nicht überall gleich „stark“. UV-Strahlung nimmt in den Bergen zu, und Wasser, heller Sand oder Schnee reflektieren sie zusätzlich. Auch eine dünne Wolkendecke hält UV-Strahlung nur begrenzt ab. Wer am See sitzt, auf dem Fahrrad unterwegs ist oder im Wanderurlaub in den Bergen, braucht deshalb oft mehr Schutz als im schattigen Stadtpark. Das Bundesgesundheitsministerium rät bei hoher Belastung zu einem Maßnahmenmix und ab einem UV-Index von 8 sogar ausdrücklich zu Schatten oder Aufenthalt im Haus.

Das richtige Sonnenschutzmittel auswählen

Für die meisten Erwachsenen ist ein Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor von mindestens 30 eine solide Basis. Für Aufenthalte in großen Höhen, auf Schnee, am Wasser oder in sehr sonnigen Regionen empfiehlt sich ein sehr hoher Lichtschutzfaktor von 50+. Wichtig ist außerdem, dass das Produkt sowohl UVB- als auch UVA-Schutz bietet. UVB-Strahlung ist hauptverantwortlich für Sonnenbrand, UVA dringt tiefer in die Haut ein und kann langfristig ebenfalls Schäden verursachen. Deshalb lohnt sich der Blick auf die Kennzeichnung und eine Beratung in Ihrer Apotheke am Ulmenweg : Je nach Hauttyp, Hautzustand, Alter, Akne, Rosazea oder empfindlicher Haut ist nicht jede Textur gleich gut geeignet.

Großzügig auftragen – sonst stimmt der LSF nur auf dem Etikett

Der angegebene Lichtschutzfaktor gilt nur, wenn ausreichend Produkt verwendet wird. Optimal sind 2 Milligramm Sonnenschutzmittel pro Quadratzentimeter Haut – das entspricht bei Erwachsenen ungefähr vier gehäuften Esslöffeln für den ganzen Körper. Genau daran scheitert der Schutz in der Praxis oft: zu wenig Produkt, zu ungleichmäßig verteilt, zu spät aufgetragen. Viele Produkte sollten 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne aufgetragen werden; sinnvoll ist immer der Blick auf die Packungsangaben. Nachcremen ist wichtig, besonders nach dem Baden, Schwitzen oder Abtrocknen. Es erhält den Schutz, verlängert aber nicht die ursprüngliche Schutzdauer beliebig. Sonnencreme ist also kein Freifahrtschein für den ganzen Tag.

Kleidung, Hut und Brille sind keine Nebensache

Neben Sonnenschutzcreme sind Textilien häufig der robustere Schutz. Das gilt besonders dann, wenn man länger draußen ist, sich viel bewegt oder leicht vergisst nachzucremen. Empfohlen werden bedeckende Kleidung, Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille mit „UV 400“ oder „100 Prozent UV-Schutz“ sowie ausreichendem Seitenschutz. Schatten hilft ebenfalls, reicht allein aber nicht immer aus. Kurz gesagt: Gute Vorbereitung bedeutet nicht „Welche Creme nehme ich?“, sondern „Wie kombiniere ich Kleidung, Verhalten und Produkt sinnvoll?“

Medikamente mitdenken

Ein Teil der Haut reagiert nicht wegen der Sonne empfindlich, sondern wegen dem, was vorher eingenommen oder aufgetragen wurde. Einige Arzneimittel können die Haut empfindlicher gegenüber Sonnenlicht machen; zum Beispiel manche Antibiotika und bestimmte Diuretika. Auch johanniskrauthaltige Präparate können eine Photosensibilisierung und sonnenbrandähnliche Reaktionen begünstigen. Hier ist die die Beratung in der Apotheke besonders wertvoll: Wer neue Medikamente einnimmt, eine Dauermedikation hat oder im Sommer mit Duftstoffen, Parfüm oder bestimmten Kosmetika Probleme kennt, sollte vor der ersten längeren Sonnenphase einmal prüfen lassen, ob zusätzlicher Schutz nötig ist.

Kinderhaut braucht den strengsten Schutz

Kinder und Jugendliche sind kein „kleines bisschen empfindlicher“, sondern deutlich gefährdeter. Starke UV-Belastung und Sonnenbrände in Kindheit und Jugend führen zu bleibenden Schäden im Erbgut und erhöhen das spätere Hautkrebsrisiko. Babys sollten deshalb gar nicht direkt in die Sonne. Im ersten Lebensjahr ist Sonnencreme nicht zu empfehlen; hier stehen Schatten, Kleidung und Kopfbedeckung im Vordergrund. Für ältere Kinder gilt: konsequent schützen, regelmäßig nachcremen und gerade auf Spielplätzen, am Wasser oder im Urlaub nicht auf bewölktes Wetter vertrauen.

Und was ist mit Vitamin D?

Viele Menschen sorgen sich, dass zu viel Sonnenschutz zu Vitamin-D-Mangel führt. Der Krebsinformationsdienst nennt als Orientierung für eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D: 2- bis 3-mal pro Woche etwa die Hälfte der Eigenschutzzeit im Freien verbringen. Gleichzeitig gilt aber auch dort: Wer länger draußen ist, sollte zu angemessenen UV-Schutzmaßnahmen greifen. Praktisch heißt das: Niemand muss für Vitamin D absichtlich einen Sonnenbrand riskieren. Normale, kurze Aufenthalte im Freien reichen oft eher aus als langes, ungeschütztes Sonnenbaden.

Sonnenschutz kurz & knapp

Die Haut richtig auf die Sonne vorzubereiten bedeutet nicht, sie langsam „abzuhärten“. Weder Vorbräunen, noch Solarium, noch Kapseln ersetzen wirksamen UV-Schutz. Was wirklich hilft, ist eine richtige Einschätzung des eigenen Hauttyps, der Blick auf den UV-Index, ein passendes Sonnenschutzmittel mit UVA- und UVB-Schutz, ausreichend Produktmenge und die Kombination mit Kleidung, Schatten und vernünftigem Verhalten. Besonders wichtig ist das für Kinder, empfindliche Haut und alle, die Medikamente mit möglicher Photosensibilisierung einnehmen.

Gerade weil Sonnenschutz individuell ist, lohnt sich die Beratung in Ihrer Apotheke am Ulmenweg . Wir klären, welcher Lichtschutzfaktor zu Ihrem Alltag passt, welche Textur bei unreiner oder empfindlicher Haut sinnvoll ist, ob Ihre Medikamente die Lichtempfindlichkeit erhöhen und worauf Sie vor Urlaub, Gartenarbeit oder Sport im Freien besonders achten sollten. Wer vorbereitet in die Sonne geht, schützt sich nicht nur vor Sonnenbrand, sondern senkt auch langfristig das Risiko für Hautschäden und Hautkrebs. Genau darum geht es: Sonne genießen – aber mit Plan.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Sonnenschutz

Ab wann ist Sonnenschutz wirklich nötig?

Ab einem UV-Index von 3 empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz Schutzmaßnahmen. In Deutschland kann dieser Wert bei wolkenlosem Himmel schon Ende März überschritten werden.

Reicht Vorbräunen im Solarium als Vorbereitung?

Nein. Solarien sind laut gesund.bund nicht geeignet, den Eigenschutz der Haut sinnvoll zu erhöhen. Künstliche UV-Strahlung belastet die Haut zusätzlich und gilt ebenfalls als krebserregend.

Verlängert Nachcremen die Schutzzeit?

Nein. Nachcremen hilft, den vorhandenen Schutz zu erhalten, besonders nach Baden oder Schwitzen. Die ursprüngliche Schutzdauer lässt sich dadurch aber nicht beliebig verlängern.

Welche Medikamente können die Haut sonnenempfindlicher machen?

Dazu gehören zum Beispiel manche Antibiotika und bestimmte Diuretika. Auch johanniskrauthaltige Präparate können photosensibilisierend wirken. Im Zweifel lohnt sich ein kurzer Medikamenten-Check in der Apotheke.

Ab wann gibt es in Deutschland Hautkrebs-Screening?

Gesetzlich Krankenversicherte haben ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs.

Gründlich cremen

Die vergessenen Stellen entscheiden oft über den Sonnenbrand. Tragen Sie Sonnencreme in Ruhe auf und kontrollieren Sie danach bewusst Ohren, Nacken, Fußrücken, Handrücken, Haaransatz und die Stelle entlang des Scheitels. Ein einfacher Alltagstrick ist das Auftragen in zwei dünnen Schritten statt in einer hastigen Runde: einmal vollständig, dann direkt vor dem Rausgehen kurz nachbessern. So bleiben deutlich seltener Lücken.


Verfasst und geprüft von der APOVENA Fachredaktion in Zusammenarbeit mit der Apotheke am Ulmenweg in Erlangen . Stand 04/2026. Dieser Artikel ersetzt keine Beratung in einer Arztpraxis oder Apotheke.

Für eine persönliche Beratung kommen Sie einfach bei uns in der Apotheke am Ulmenweg in Erlangen vorbei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und helfen Ihnen gerne weiter.

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